Neue Golfregeln 2019

Die folgenden Texte und Grafiken wurden mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Golfverbands und von Artigo Solutions / Expertgolf zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Anwendbarkeit wird keine Haftung übernommen.

So wie sich eine Golfbahn spielt: vom Abschlag bis zum Grün …

Richtlinien für das Verhalten von Spielern

Von allen Spielern wird erwartet, entsprechend dem Spirit of the Game zu spielen, das heißt:

  • Aufrichtig zu handeln, zum Beispiel, indem sie die Regeln befolgen, alle Strafen anwenden und in allen Aspekten des Spiels ehrlich sind.
  • Rücksicht auf andere zu nehmen, zum Beispiel, indem sie zügig spielen (Ready Golf), auf die Sicherheit anderer Personen achten und das Spiel anderer nicht stören.
  • Den Golfplatz zu schonen, zum Beispiel, indem sie Divots zurücklegen und festtreten, Bunker einebnen, Pitchmarken ausbessern und den Golfplatz nicht unnötig beschädigen.
  • Von Ihnen wird erwartet, zu erkennen, wann Sie gegen eine Regel verstoßen haben und bei der Anwendung Ihrer eigenen Strafen ehrlich zu sein. Strafen sollen einen möglichen Vorteil ausgleichen.
Allgemeine Hinweise

Vor Beginn einer Golfrunde sollten Sie

  • die Platzregeln auf der Scorekarte oder am schwarzen Brett lesen.
  • Ihren Ball mit einem wasserfesten Stift markieren (mit individuellem Zeichen versehen); viele Spieler nutzen Bälle derselben Marke und wenn Sie Ihren Ball nicht identifizieren können, gilt er als verloren (Regel 18.2).
  • Ihre Schläger zählen; Sie dürfen maximal 14 Schläger mit auf die Runde nehmen (Regel 4.2).

Während der Runde

  • Um Beratung dürfen Sie ausschließlich Ihren Caddie, Ihren Partner (also einen Spieler Ihrer Partei) oder einen Caddie Ihres Partners bitten, aber niemanden sonst.
  • Erteilen Sie selbst keinem Spieler Beratung, außer Ihrem Partner. Sie dürfen jedoch nach Informationen zu den Regeln, Entfernungen, Lage von Penalty Areas oder dem Flaggenstock etc. fragen oder hierzu selbst informieren (Regel 10.2).
  • Spielen Sie keine Probeschläge, während Sie ein Loch spielen (Regel 5.5).
Provisorischer Ball

Bisher durfte ein solcher nur gespielt werden, bevor der Spieler nach vorne ging, um nach seinem ersten Ball zu suchen.

Neu dürfen Sie einen provisorischen Ball auch dann spielen, nachdem Sie bereits eine Weile nach Ihrem ursprünglichen Ball gesucht haben.

Gut zu wissen: Durch die Verkürzung der Suchzeit auf drei Minuten, wird es kaum mehr möglich sein, einen provisorischen Ball zu spielen, nachdem man bereits eine Weile gesucht hat. Denn nach Ablauf der drei Minuten ist es kein provisorischer Ball mehr, sondern automatisch ein neuer Ball im Spiel.

Eingebetteter Ball

Bisher gab es nur Erleichterung, wenn sich der Ball auf einer kurzgemähten Fläche eingebohrt hatte.

Neu dürfen Sie bei allen im Gelände eingebetteten Bällen straflos droppen, also auch im Semirough und Rough.

Gut zu wissen: Eingebohrte Bälle im Bunker oder in Penalty Areas müssen nach wie vor gespielt werden, wie sie liegen.

Suchzeit

Bisher standen fünf Minuten zur Verfügung um einen verlorenen Ball wiederzufinden.

Neu beträgt die maximale Suchzeit nur noch drei Minuten.

Gut zu wissen: Die meisten Bälle wurden bereits bisher innerhalb von drei Minuten gefunden und die Suche in den letzten beiden Minuten verlief oftmals erfolglos – insofern wird davon ausgegangen, dass sich diese Regeländerung nicht negativ auf die Scores auswirken wird.

Ball beim Suchen bewegt

Bisher erhielt der Spieler in aller Regel einen Strafschlag, wenn er beim Suchen seinen Ball bewegte.

Neu ist ein solches Versehen straflos.

Gut zu wissen: Damit kann man bei der Suche im dichten Gras unbedenklich Füße und Schläger zu Hilfe nehmen.

Ball identifizieren

Wollte man bisher seinen Ball zum Identifizieren aufnehmen, musste zuvor ein Mitspieler informiert und ihm Gelegenheit gegeben werden, das Prozedere zu überwachen.

Neu müssen Sie keinen Mitspieler mehr informieren.

Gut zu wissen: Sofern es die Umstände zulassen, ist es aus Gründen der Fairness und zur Vermeidung von Missverständnissen sinnvoll, die Mitspieler weiterhin zu informieren, bevor man seinen Ball aufnimmt.

Schlägerlänge (Erklärung)

Bisher durfte der Spieler zum Abmessen einer Schlägerlänge einen beliebigen seiner Schläger verwenden.

Neu gilt als Schlägerlänge der längste Schläger, den Sie im Bag haben, ausgenommen der Putter.

Gut zu wissen: Das Abmessen mit überlangen, sogenannten Besenstiel-Puttern hat damit ein Ende.

Droppen (Ball fallen lassen)

Bisher musste aus Schulterhöhe gedroppt werden.

Neu müssen Sie aus Kniehöhe droppen.

Gut zu wissen: Falls Sie aus alter Gewohnheit aus Schulterhöhe droppen: Kein Problem, einfach den Ball aufnehmen und straflos erneut droppen.

Penalty Areas (Erklärung)

Bisher durften Wasserhindernisse grundsätzlich nur als solche markiert werden, wenn sie tatsächlich Wasser enthielten.

Neu heißen Wasserhindernisse Penalty Areas und müssen nicht mehr zwingend Wasser enthalten.

Gut zu wissen: Es ist Golfclubs somit freigestellt, auch andere Flächen als Penalty Areas zu markieren, damit seitlich gedroppt und das Spiel beschleunigt werden kann.

Boden- und Wasserberührung in Penalty Areas

Wenn man sich entscheidet, den Ball aus einem Wasserhindernis zu spielen, wie er liegt, durfte bisher der Boden und das Wasser vor dem Schlag nicht berührt werden.

Neu dürfen Sie den Schläger am Boden oder im Wasser aufsetzen, wenn Sie den Ball aus einer Penalty Area spielen.

Gut zu wissen: Erfahrungsgemäß führt es kaum zum Erfolg, einen Ball aus dem Wasser zu spielen, sobald er vollständig von Wasser bedeckt ist.

Droppmöglichkeiten bei Penalty Areas

Bisher konnte bei einem seitlichen Wasserhindernis auf der gegenüberliegenden Seite des Kreuzungspunktes (wo der Ball ins Wasserhindernis geflogen ist) gedroppt werden.

Neu heißt es rote Penalty Area und die Droppmöglichkeit auf der anderen Seite wurde aufgehoben.

Gut zu wissen: Diese Variante wurde bereits bisher kaum benutzt und führte nur zu Verwirrung.

Unspielbarer Ball im Bunker

Bisher standen dem Spieler drei Möglichkeiten zum Droppen – jeweils verbunden mit einem Strafschlag – zur Verfügung, wenn er seinen Ball im Bunker für unspielbar erklärte.

Neu steht Ihnen eine vierte Option zur Verfügung: Sie können nun unmittelbar hinter dem Bunker droppen. Diese Variante kostet allerdings nicht einen, sondern zwei Strafschläge.

Gut zu wissen: Damit kann man Bunkerschläge komplett umgehen, allerdings wird sich das kaum rechnen.

Lose Naturstoffe

Bisher mussten Blätter, Zweige, Steine, Äste und andere lose Naturstoffe in Bunkern und Wasserhindernissen liegen bleiben.

Neu dürfen Sie diese überall straflos entfernen, das heißt auch in Bunkern und sogenannten Penalty Areas (so heißen Wasserhindernisse neu).

Gut zu wissen: Beachten Sie, dass sich beim Entfernen von losen Naturstoffen nach wie vor der Ball nicht bewegen darf.

Sandberührung im Bunker

Bisher durfte der Bunkersand vor dem Schlag bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht berührt werden.

Neu ist die beiläufige Berührung des Sandes grundsätzlich erlaubt, d. h. Sie dürfen sich beispielsweise auf den Schläger abstützen. Allerdings ist es nach wie vor nicht gestattet, die Beschaffenheit des Sandes vor dem Schlag zu prüfen, die Spiellinie zu verbessern, den Schläger vor oder hinter dem Ball aufzusetzen oder Probeschwünge mit Sandberührung zu machen.

Gut zu wissen: Damit ist im Bunker etwas weniger Vorsicht geboten, besonders, wenn man sich nicht in unmittelbarer Nähe des Balls befindet.

Doppelschlag

Bisher kostete es einen Strafschlag, wenn man beim Schlag hängen blieb und den Ball mehr als einmal traf.

Neu ist ein solches Versehen straflos.

Gut zu wissen: Ein Doppelschlag zählt somit einfach als ein Schlag.

Ball trifft Spieler oder Ausrüstung

Bisher führte es zu einem Strafschlag, wenn man als Spieler sich selbst oder die eigene Ausrüstung traf.

Neu ist dies straflos, Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um ein Versehen handelt.

Gut zu wissen: Es ist somit nicht gestattet, die Ausrüstung oder einen Fuß als Ballstopper zu platzieren.

Falsches Grün

Landet der Ball auf einem falschen Grün, darf zur Schonung nicht von dort gespielt werden. Landet der Ball lediglich nahe eines falschen Grüns, durfte der Spieler bisher aber sehr wohl auf dem falschen Grün stehen, um seinen Ball zu spielen.

Neu müssen Sie auch dann straflos droppen, wenn Sie Ihren Stand auf einem falschen Grün einnehmen müssten.

Gut zu wissen: Damit ist der Ort zum Droppen nun in der Regel etwas weiter vom Grün entfernt.

Schäden auf Grün ausbessern

Bisher durfte die Puttlinie bis auf wenige Ausnahmen wie z. B. Pitchmarks oder alte Lochpfropfen nicht verbessert werden.

Neu dürfen Sie praktisch alle Beschädigungen auf dem Grün ausbessern, insbesondere auch Spikemarken.

Gut zu wissen: Dies ist aber kein Freipass, um die ganze Puttlinie zu glätten, denn natürliche Unregelmässigkeiten gehören zum Spiel.

Ball auf dem Grün aus Versehen bewegt

Bisher war das versehentliche Bewegen des Balls auf dem Grün nur in Ausnahmefällen straflos.

Neu ist ein solches Versehen in allen Fällen straflos.

Gut zu wissen: Wenn Ihnen z. B. der Schläger aus der Hand fällt oder Sie einen Probeschwung zu nah am Ball ausführen und Ihr Ball dadurch bewegt wird – einfach straflos den Ball zurücklegen.

Ball bewegt sich auf Grün nach Markieren und Zurücklegen

Bisher musste der Ball von der neuen Stelle gespielt werden, wenn er sich nach dem Markieren und Zurücklegen von selbst oder durch Wind bewegte.

Neu müssen Sie den Ball zurücklegen.

Gut zu wissen: Bereits bisher legten die meisten Spieler den Ball reflexartig – wenn auch fälschlicherweise – zurück. Die neue Regel kommt somit dem natürlichen Instinkt entgegen.

Keinen Schläger ablegen um sich auszurichten

Bisher war es gestattet, z. B. auf dem Grün den Putter abzulegen, um sich für den Schlag auszurichten.

Neu dürfen Sie keinen Schläger mehr ablegen, um Ihren Stand daran auszurichten.

Gut zu wissen: Dasselbe gilt auch für andere Objekte, die zur Ausrichtung behilflich sein könnten.

Keine Hilfe durch Caddie beim Ausrichten

Bisher durfte sich der Spieler durch seinen Caddie für den Putt ausrichten lassen.

Neu ist es nicht mehr gestattet, dass sich der Caddie hinter den Spieler stellt und diesen für den Putt zum Ziel ausrichtet.

Gut zu wissen: Diese Regeländerung betrifft vor allem Profis und ist für den Clubgolfer kaum von Belang.

Treffen der Fahnenstange

Bisher musste die Fahne bedient oder entfernt werden, da sie beim Putten nicht getroffen werden durfte.

Neu ist das Treffen der Fahnenstange straflos, das heißt, Sie können die Fahne immer im Loch stecken lassen.

Gut zu wissen: Statistisch ist es besser, die Fahne stets im Loch zu lassen, da die Fahnenstange das Einlochen des Balls begünstigt.

Ball an Fahnenstange eingeklemmt

Bisher musste in diesem Fall die Fahne entfernt werden, damit der Ball ins Loch fällt.

Neu gilt der Ball bereits als eingelocht, wenn ein Teil des Balls unterhalb der Lochkante ist.

Gut zu wissen: Ein eingeklemmter Ball gilt somit praktisch immer als eingelocht.

Tierlöcher

Von Tierlöchern gab es bisher nur Erleichterung, wenn diese von Erdgänge grabenden Tieren, Reptilien oder Vögeln stammten.

Neu fällt diese Einschränkung hinsichtlich der Tierart weg und Sie dürfen von Löchern und Wühlspuren sämtlicher Tiere (ausgenommen Insekten und Würmer) straflos wegdroppen.

Gut zu wissen: In der Praxis geht es meistens um Maulwurfshügel und Mauselöcher.

Distanzmessgeräte

Bisher waren diese nur gestattet, wenn sie durch eine Platzregel ausdrücklich erlaubt wurden.

Neu dürfen Sie Distanzmessgeräte grundsätzlich verwenden, es sei denn eine Platzregel verbietet ihren Gebrauch.

Gut zu wissen: Diese Regel ändert in der Praxis kaum etwas, da fast alle Golfclubs bereits bisher Distanzmessgeräte erlaubten.

Weiterführende Informationen unter

Regeln Kurzeinführung [Quelle DGV] und
Golfregeln 2019 [Quelle Expertgolf]

Diese Informationen gibt es als Taschenbuch für die Runde, auch im Proshop. 

Schönes Spiel!

Nur wer die Regeln wirklich versteht, hat etwas vom Golf und kann seinen Score durch genauere Regelkenntnisse um einige Punkte verbessern.
[Tom Watson]